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Interview mit Herrn Tobias Wagner

Wir haben Tobias Wagner zu "Jugend debattiert" interviewt!

Melissa B.: Herzlichen Willkommen, lieber Herr Wagner! Vielen Dank dafür, dass Sie sich heute die Zeit für uns genommen haben, damit wir Sie zu dem Thema „Jugend debattiert“ interviewen können. Beginnen wir doch einmal damit, dass Sie sich kurz selbst vorstellen. 

T. Wagner: Vielen Dank! Natürlich, sehr gerne. Ich bin Tobias Wagner und unterrichte seit 10 Jahren am KGW die Fächer Deutsch und Geschichte. 

Arielle O.: Das hört sich doch toll an! Was hat Sie denn damals dazu gebracht, Lehrer zu werden? 

T. Wagner: Ich war schon früher sehr engagiert in der Jugendarbeit in meiner Heimat Bad Abbach. Da hat es mir schon Spaß gemacht, mit dem Kindern und Jugendlichen zu arbeiten und etwas auf die Beine zu stellen. Dann habe ich mir eben gedacht, dass Lehrer sicherlich ein guter Beruf für mich ist, weshalb ich es studiert habe. Bis heute macht mir das Lehrersein auch noch sehr viel Spaß. 

Melissa B.: Das klingt sehr gut! So kommen wir auch schon zur nächsten Frage: Wieso haben Sie sich für genau diese beiden Fächer entschieden? 

T. Wagner: Geschichte ist tatsächlich mein Lieblingsfach, auch schon in der Schule war ich sehr interessiert daran und dieses wollte ich auch schon immer studieren. Außerdem war ich auch in meiner Jugend schon politisch engagiert, dabei spielt Geschichte schließlich auch eine große Rolle. Deutsch kam dann eben hinzu, da man auch ein zweites Fach studieren muss. Außerdem habe ich dann bemerkt, dass Deutsch wirklich wichtig ist und das hat mir dann im Studium auch sehr viel Spaß gemacht. Das unterrichte ich auch jetzt noch sehr gerne. 

Arielle O.: Nun kommen wir zur letzten persönlichen Frage, und danach geht es weiter mit dem spezifischen Fragen zu „Jugend debattiert“. Wo sehen Sie sich und die Schule in 5 Jahren? 

T. Wagner: Das ist eine sehr schwierige Frage, da die Schule sich natürlich unglaublich schnell weiterentwickelt. Ich bin jetzt seit ungefähr 20 Jahren Lehrer und schon allein in dieser Zeit hat sich unglaublich viel sowohl technisch als auch im Unterricht verändert. Deswegen finde ich, dass man das kaum voraussagen kann, denn ich bin mir sicher, dass die Schule sich auch mithilfe der KI unglaublich schnell verändern kann. So muss man eben auch schauen, dass man als Lehrer immer „up-to-date“ und an den Schülern bleibt, sodass man bestmöglich unterrichten kann und einen modernen Unterricht hält. Da sehe ich in der nächsten Zeit auch definitiv ganz große Herausforderungen.  

Melissa B.: Vielen Dank. Nun kommen wir also zu dem Thema „Jugend debattiert“. Wie ist es damals zustande gekommen, dass das KGW bei diesem Wettbewerb mitmacht? 

T. Wagner: Bevor ich an das Kepler Gymnasium gekommen bin, unterrichtete ich in Altdorf bei Nürnberg, und dort etablierte ich zusammen mit einer Kollegin „Jugend debattiert“. In einer Fortbildung erkannten wir, dass dies großes Potenzial bietet, weshalb wir es dort einführten. Als ich nun an das KGW kam, bemerkte ich, dass es das hier nicht gab. Deswegen redete ich mit der Fachschaft und der Schulleitung, danach war sich jeder einig, dass man dies gut einführen könnte. In Weiden sind wir nach wie vor das einzige Gymnasium mit diesem Konzept.

Arielle O.: Denken Sie, dass den Schülern das Konzept, also auch die mündliche Schulaufgabe gefällt oder eher nicht? 

T. Wagner: Ich bin mir sicher, dass viele Schüler die Vorbereitung zu Beginn sehr unterschätzen. Allerdings bin ich mir ebenfalls sicher, dass sie davon sehr profitieren. So sieht man auch, dass es sehr wichtig ist, mündlich zu argumentieren, was sehr wichtig für das spätere Leben ist. Außerdem bieten wir eben auch noch das schriftliche Argumentieren an, somit sind also beide Varianten vertreten. 

Melissa B.: Hätten Sie als Schüler an diesem Wettbewerb teilgenommen? 

T. Wagner: Damals gab es das leider noch nicht. Ich habe jedoch großen Respekt vor meinen Schülern, wenn sie die Schulaufgabe halten, aber auch wenn sie am Wettbewerb teilnehmen. Ich glaube, ich hätte damals mitgemacht, da es mich interessiert und ich eben auch schon damals politisch engagiert war und dort das Argumentieren natürlich ein wichtiger Bestandteil ist. Ich merke allerdings auch, dass es eine große Herausforderung ist. Das merke ich beispielsweise auf Fortbildungen, wenn wir in die Rolle der Debattanten schlüpfen. Deswegen bin ich mir definitiv bewusst, was wir unseren Schülern dabei abverlangen. 

Arielle O.: Wie hat Ihnen das Regionalfinale in Amberg gefallen? 

T. Wagner: Gut. Ich finde, dies ist immer eine sehr schöne Veranstaltung, weil sich Schüler und auch Lehrer aus ganz verschiedenen Schulen aus der Oberpfalz kennenlernen und austauschen können. Viele Kollegen kenne ich dort auch schon seit Jahren, das ist dann immer sehr schön, sie dort wieder zu sehen. Außerdem hebt es das Debattieren auf eine andere Ebene, wenn man auch die anderen Schulen sieht und man sich mit den anderen Schülern der Gymnasien und manchmal auch Realschulen messen kann. 

Melissa B.: Finden Sie, dass „Jugend debattiert“ an mehr Schulen eingeführt werden sollte? 

T. Wagner: Das mündliche Debattieren muss mittlerweile jede Schule machen, da es Teil des Lehrplans ist. Doch diese Möglichkeit des Wettbewerbs finde ich besonders attraktiv. Deswegen habe ich die Hoffnung, dass mehr Schüler die Möglichkeit haben, daran teilzunehmen. Der Weg geht glücklicherweise auch dort hin. „Jugend debattiert“ ist ein großes Netzwerk, das von Zeit zu Zeit wächst und mehr Teilnehmer findet. 

Arielle O.: Hat es schon einmal ein Schüler des KGWs in das Bayern -oder Bundesfinale geschafft? 

T. Wagner: Bis jetzt leider noch nicht wirklich. Ein Schüler hat sich zwar schon einmal für das Bayernfinale qualifiziert, das war jedoch in der Corona-Zeit. Das Regionalfinale konnte noch stattfinden, das Bayern-Finale wurde aber leider ersatzlos gestrichen. Wir freuten uns eigentlich schon, nach München fahren zu dürfen, und waren dann am Ende natürlich sehr enttäuscht. 

Melissa B.: Vielen Dank! 

T. Wagner: Sehr gerne! 

geschrieben von Melissa und Arielle

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