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Das P-Seminar Geschichte gestaltet Gedenken zum Novemberpogrom mit
Am 9. November haben Schülerinnen des P-Seminars Geschichte des Kepler-Gymnasiums an der Gedenkveranstaltung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) teilgenommen. Gemeinsam mit rund 70 Teilnehmenden, darunter Landrat Andreas Meier, Landtagsabgeordneter Stephan Oetzinger und Oberbürgermeister Jens Meyer, setzten sie ein wichtiges Zeichen des Erinnerns. Im Vorfeld legten die Schülerinnen Rosen an den Stolpersteinen im Stadtgebiet nieder, die an 56 jüdische Kinder, Frauen und Männer aus Weiden erinnern, die während des Nationalsozialismus ermordet wurden. Während der Veranstaltung trugen Sophie Fütterer und Sarah Näger (beide 11a) eine Rede vor, die die Mitglieder des P-Seminars gemeinsam erarbeitet hatten:
Sehr geehrte Damen und Herren,
wie oft gehen wir eigentlich am City-Center in der Weidener Innenstadt vorbei?
Wahrscheinlich ziemlich oft – und meistens achtlos.
Vor der Veranstaltung wurden Rosen neben den Stolpersteinen abgelegtDoch seit dem letzten Jahr ist dieser Ort nicht mehr derselbe. An einem Tag im November 2024 wurden dort und an anderen Stellen in der Innenstadt Stolpersteine verlegt – kleine Messingplatten, etwa so groß wie ein Pflasterstein. Sie tragen die Namen von Jüdinnen und Juden, die während der NS-Zeit in Weiden gelebt haben – Menschen, denen unvorstellbares Leid zugefügt wurde, die verfolgt, vertrieben oder ermordet wurden.
Wir sind Schülerinnen des P-Seminars Geschichte vom Kepler-Gymnasium Weiden und beschäftigen uns mit dem Thema Stolpersteine.
Mit dieser Rede wollen wir auch hier, in unserer eigenen Stadt, an die jüdischen Familien erinnern, deren Schicksale nicht vergessen werden dürfen.
Zu diesem Anlass haben wir bereits heute Nachmittag Blumen auf den Stolpersteinen in Weiden verteilt, um Aufmerksamkeit zu wecken und zu zeigen, dass diese Menschen weiterhin Teil unserer Erinnerung sind.
Selbst wenn man direkt vor einem Stolperstein steht, ist es schwer, das Leid wirklich ansatzweise zu erfassen, das diese Menschen erlebt haben.
Aber genau deshalb ist es unsere Aufgabe – die Aufgabe der jungen Generation – das Erinnern weiterzutragen.
Gerade weil wir auch auf Studienfahrten nach Auschwitz und Flossenbürg waren, ist es uns ein besonderes Anliegen, auch hier in Weiden an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern. Der Besuch dieser Orte war eine bedrückende, aber auch wichtige Erfahrung.
Dort zu stehen, wo unzählige Menschen gelitten haben, hat uns gezeigt, wie grausam diese Zeit war – und wie wichtig es ist, aus der Vergangenheit zu lernen.
Bereits im letzten Jahr hatte eine 11. Klasse unserer Schule die Ehre, selbst Stolpersteine zu verlegen. Heute führen wir diese Erinnerung fort. Denn wir erinnern heute nicht nur an die Vergangenheit, sondern wir setzen ein Zeichen für die Zukunft:
für Respekt, für Menschlichkeit und für ein friedliches Zusammenleben.
Es ist uns eine Ehre, heute die Namen der Menschen aus Weiden vorzulesen, die dem Nationalsozialismus zum Opfer gefallen sind.
Wir sind traurig, wenn wir ihre Namen lesen – aber wir lesen sie, damit sie nicht vergessen werden.
Verlesen der 56 Namen
Abschließend möchten wir an ein Zitat erinnern, das gut zu diesem Tag passt.
Der Sohn eines Holocaustüberlebenden, der Journalist Marcel Reif, sagte in seiner bekannten Bundestagsrede anlässlich des Holocaustgedenktages: „Sei ein Mensch.“
Wir haben uns überlegt, was dieser Satz für uns bedeutet:
Selina: Sei anderen gegenüber respektvoll!
Alina: Akzeptiere jeden Menschen, weil du selber Mensch bist!
Herr Wagner: Sei freundlich und aufgeschlossen!
Era: Behandle Menschen nur so, wie du auch selbst behandelt werden willst.
Sarah: Handle unter allen Umständen nach den Regeln der Menschlichkeit!
Sophie: Zeige Achtung gegenüber jedem Menschen!
Und genau das ist es, worum es geht – in der Erinnerung, im Alltag, und in unserer gemeinsamen Zukunft: Mensch sein (gemeinsam).
Wir bedanken uns für Ihre Aufmerksamkeit!
Die Schülerinnen mit Herrn Wagner während der Rede
Der QR-Code und der Link führen zum Bericht des „Oberpfalzechos“ über die Veranstaltung.
Tobias Wagner, Leiter des P-Seminars für Geschichte












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