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Im katholischen Religionsunterricht treten die jungen Menschen von ihren unterschiedlichen Lebenswelten her in reflektierten Dialog mit dem kirchlichen Glauben. Ausgehend von der christlichen Überlieferung erschließen die Schülerinnen und Schüler einen religiösen Zugang zur Wirklichkeit, der sich durch keine andere Dimension der Welterfahrung ersetzen lässt.
(Quelle: LehrplanPLUS: Selbstverständnis des Faches Katholische Religionslehre und sein Beitrag zur Bildung)
Was ist Wahrheit – und wem kann man glauben? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler des Elly-Heuss- und des Kepler-Gymnasiums bei einem Studientag an der Universität Regensburg. Eingeladen hatte die Fakultät für Katholische Theologie in Kooperation mit dem Bistum Regensburg.
Nach der gemeinsamen Begrüßung hielten Prof. Dr. Johannes Elberskirch, Dr. Magdalena Hürten und Prof. Dr. Mathias Winkler Impulsvorträge, in denen sie unterschiedliche Perspektiven auf das Thema Wahrheit vorstellten. Im anschließenden Austausch kamen die Schülerinnen und Schüler direkt mit den Referentinnen ins Gespräch, stellten Fragen und diskutierten kritisch über Glaubwürdigkeit, religiöse Wahrheitsansprüche und aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen.
Im Anschluss arbeiteten die Teilnehmenden in sechs Workshops weiter. Themen waren unter anderem Kunstgeschichte, Kirchenrecht und Philosophie. In kleineren Gruppen konnten die Schülerinnen und Schüler eigene Fragen einbringen, Positionen vergleichen und kontrovers diskutieren.
Der Studientag bot nicht nur fachliche Einblicke in wissenschaftliches Arbeiten, sondern auch Raum für persönliche Reflexion. Am Ende stand die Erkenntnis: Die Suche nach Wahrheit bleibt eine zentrale Herausforderung – gerade für junge Menschen.
Claudia Baumast-Birner
Im Rahmen des katholischen Religionsunterrichts durfte die Klasse 10 ab am 15. Januar 2026 einen ganz besonderen Gast begrüßen: Christian Eidenhardt war per Videokonferenz zugeschaltet und nahm die Schülerinnen und Schüler mit auf eine beeindruckende Reise durch seine Lebensgeschichte.
Eidenhardt, der ursprünglich aus Waldmünchen stammt, überlebte vor rund 15 Jahren während eines Fußball-Hallenturniers nur knapp eine schwere Gehirnblutung. Die behandelnden Ärzte gaben ihm damals lediglich eine Überlebenschance von fünf Prozent. Entgegen aller Erwartungen kämpfte sich der Bayerwäldler zurück ins Leben.
Von Beginn an schuf Eidenhardt, den die Jugendlichen „Eide“ nennen durften, eine offene und zugleich sehr angenehme Gesprächsatmosphäre. Mit seiner herzlichen Art, seinem einzigartigen Humor und seiner überwältigenden Authentizität ließ er sein schweres Schicksal beinahe in den Hintergrund treten. Kaum jemand hätte vermutet, wie nah er dem Tod einst wirklich war.
Besonders still wurde es im Klassenzimmer, als der ehemalige Eishockey- und CP-Fußballnationalspieler von seinen intensiven Bewusstseins- und Wahrnehmungserfahrungen während der Zeit seines Komas berichtete. Gebannt lauschten die Schülerinnen und Schüler seinen Schilderungen, die sie sichtbar berührten und einige Fragen aufwarfen. Berührungsängste oder Tabus gab es für Eidenhardt keine – jede Frage war erlaubt.
Was dabei besonders auffiel, war seine spürbare Begeisterung für das Leben. Sein ansteckendes Lachen und sein feiner Humor lockerten selbst ernste Momente immer wieder auf. „Dankbar zu sein für das, was man hat“, gab er den Jugendlichen als wichtigste Botschaft mit. Jeder neue Morgen sei ein Geschenk: „Wenn der Wecker um sechs Uhr klingelt, dann freut euch – das bedeutet, ihr seid gesund und dürft aufstehen.“
Auch heute hat Eidenhardt noch mit kleineren Einschränkungen wegen seiner Hirnblutung zu kämpfen. Dennoch führt er weitgehend ein normales Leben. „Kopfrechnen fällt mir schwer“, sagte er augenzwinkernd, „aber dafür gibt es ja Taschenrechner.“
Seine Lebensgeschichte machte deutlich, wie wertvoll es ist, bewusster durchs Leben zu gehen und die alltäglichen Dinge nicht als selbstverständlich zu betrachten. „Schätzt das!“, ermutigte er die Schülerinnen und Schüler. Mit den Worten „Angst ist ein falscher Ratgeber im Leben. Habt Respekt vor den Dingen, aber niemals Angst!“, beendete er seinen Vortrag.
Während des gesamten Treffens strahlte Eidenhardt eine beeindruckende Leichtigkeit und Lebensfreude aus – trotz oder vielleicht gerade wegen seines schweren Lebensweges. Für alle Beteiligten war diese digitale Begegnung ein nachhaltiges und prägendes Erlebnis. Viele neue Eindrücke und Denkanstöße blieben zurück.
„Eide“ hat es ohne jeden Zweifel geschafft, zu bewegen und seine Liebe zum Leben weiterzugeben – ein echter Kämpfer und Sportsmann eben.
Lieber Eide, herzlichen Dank für deine Offenheit, deinen Mut und das Teilen deiner bewegenden Lebensgeschichte!
Martin Vesenjak












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